Osterweg Station 3: Gefangennahme - für Erwachsene

Bibeltext: Matthäus 26, 36-56

36Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Garten, der Getsemani hieß. Dort sagte er zu seinen Jüngern: »Bleibt hier sitzen. Ich gehe dort hinüber und bete.« 37Er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit. Plötzlich wurde er sehr traurig, und Angst überfiel ihn. 38Da sagte er zu ihnen: »Ich bin verzweifelt und voller Todesangst. Wartet hier und wacht mit mir.« 39Jesus selbst ging noch ein paar Schritte weiter. Dort warf er sich zu Boden und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, dann erspare es mir, diesen Becher auszutrinken! Aber nicht das, was ich will, soll geschehen – sondern das, was du willst!«
40Jesus kam zu den drei Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: »Könnt ihr nicht diese eine Stundemit mir wach bleiben? 41Bleibt wach und betet, damit ihr die kommende Prüfung besteht! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach.«
42Dann ging er ein zweites Mal einige Schritte weg und betete: »Mein Vater, wenn es nicht anders möglich ist, dann trinke ich diesen Becher. Es soll geschehen, was du willst.« 43Als er zurückkam, sah er, dass seine Jünger wieder eingeschlafen waren. Die Augen waren ihnen zugefallen. 44Jesus ließ sie schlafen. Wieder ging er weg und betete ein drittes Mal mit den gleichen Worten wie vorher. 45Dann ging er zu den Jüngern zurück und sagte zu ihnen: »Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus? Seht: Die Stunde ist da! Jetzt wird der Menschensohn in die Hände der Sünder ausgeliefert. 46Steht auf, wir wollen gehen. Seht: Der mich verrät, ist schon da!«
47Noch während Jesus das sagte, näherte sich ihm Judas, einer der Zwölf. Mit ihm kam eine große Truppe, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war. Die führenden Priester und Ratsältestenhatten sie geschickt. 48Der Verräter hatte mit den Männern ein Erkennungszeichen ausgemacht: »Wem ich einen Kuss gebe, der ist es. Nehmt ihn fest!« 49Judas ging sofort auf Jesus zu. Er sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi!«, und küsste ihn. 50Doch Jesus sagte zu ihm: »Mein Freund, dazu bist du also gekommen! «Da traten die Männer heran, packten Jesus und nahmen ihn fest. 51Da zog einer von denen, die bei Jesus waren, sein Schwert. Er schlug nach einem der Männer, die dem Hohepriester unterstanden, und hieb ihm ein Ohr ab. 52Da sagte Jesus: »Steck dein Schwert wieder zurück an seinen Platz. Denn alle, die zum Schwert greifen, werden auch durch das Schwert umkommen. 53Weißt du nicht, dass ich meinen Vater um Hilfe bitten kann? Dann schickt er mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel. 54Aber wie könnte sich dann erfüllen, was in der Heiligen Schrift steht? Es muss doch alles so kommen.«
55In derselben Stunde sagte Jesus zu den Männern der Truppe: »Mit Schwertern und Knüppeln seid ihr ausgerückt, um mich gefangenzunehmen. Bin ich denn ein Verbrecher? Ich habe doch täglich im Tempel gesessen und die Menschen gelehrt. Dabei habt ihr mich nicht festgenommen. 56Aber all das musste so geschehen. Denn dadurch geht in Erfüllung, was in den Schriften der Propheten angekündigt ist. «Da ließen ihn alle Jünger im Stich und ergriffen die Fluch

Impuls: „Alleine, wenn es darauf ankommt“

Als Jesus mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane ankommt, wird seine Angst vor dem, was kommen wird immer größer. So entscheidet er sich, mit seinem Vater im Himmel zu reden. Jesus entfernt sich einige Meter von seinen Jüngern und gibt ihnen den Auftrag zu beten. Er weiß, was auf ihn zukommt und hat Todesangst. Er betet und ringt mit Gott „Mein Vater, ist`s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will; sondern wie Du willst!“ (Mt.29,39). Und was machen seine Jünger in dieser außergewöhnlichen Situation, in der Jesus jegliche Unterstützung gebrauchen könnte? Sie schlafen … An dieser Stelle hätte Jesus die ganze Sache noch abbrechen können. Warum sollte er dies tun, wenn seine Jünger nicht mal in dieser schwierigen Zeit für ihn da sein und beten können? Hätten sie nicht aufgrund der zurückliegenden Zeiten mit Unterweisungen und Wundern mehr erahnen müssen was nun kommt? Und dann auch noch Judas als einer der zwölf Jünger, der ihn sogar verraten hatte. Nein, Jesus geht die nun folgenden Schritte ganz bewusst und gibt sich in die Hände der Soldaten. Er weiß genau, dass es keinen anderen Weg gibt. Jesus ist bewusst, dass dies der einzige Weg ist, über den die Menschen einen Zugang zu Gott bekommen. An dieser Stelle frage ich mich öfters, ob ich diesen Teil der Geschichte und des inneren Kampfes von Jesus richtig verstehe und einordnen kann. Auch ich bin jahrelang mit Jesus unterwegs und kenne ihn. In manchen Situationen, in denen es darauf ankommt und Jesus meine Unterstützung benötigen könnte, versage ich …schlafe ich geistig ein. Wunderbar an diesem Teil ist jedoch, dass es nicht auf mich oder meine Entscheidung ankommt, sondern auf die von Jesus! Nicht ich habe entschieden zu Jesus zu kommen. Sondern Jesus hat sich entschieden, mir entgegenzukommen.

Hintergrund: Vor dem ersten Ostern/Tod von Jesus, haben die Menschen immer ein Opfertier benötigt, um ihr Verhältnis mit Gott zu reinigen und wieder „in Takt“ zu bringen. Durch das Opfer, das Jesus, für uns an Ostern mit seinem Tod gebracht hat, ist dies nicht mehr notwendig. Jesus hat sich an Ostern also für uns geopfert, damit unser Weg zu Gott frei und „in Takt“ ist …

Für DICH:

Wie oft hast Du in letzter Zeit verzweifelt versucht, etwas aus eigener Kraft zu erreichen und bist gescheitert? Mit Blick auf dein eigenes Leben und deine Ziele, werde Dir wieder mehr bewusst was Jesus für Dich getan hat. Dass Jesus die Entscheidung für ein Leben in Gemeinschaft mit Dir getroffen hat, obwohl er Dich kennt und eine andere/einfachere Wahl gehabt hätte. Werde Dir bewusst, welchen hohen Preis er gezahlt und welchen Einsatz er dafür gebracht hat.

Hinweis: Jesus ist diesen Weg bewusst für DICH gegangen, um DIR einen (Aus)Weg zu Gott zu ermöglichen. Möchtest Du diesen Weg mit Ihm gehen? Ein einfaches JA und Vertrauen auf ihn genügen! Jesus freut sich über jedes neue JA (dein erstes JA oder wenn Du es Ihm schon mal gesagt hast, ein erneutes JA).

Die Stationen

  1. Abendmahl (Erwachsene / Kinder)
  2. Verrat (Erwachsene / Kinder)
  3. Gefangennahme (Erwachsene / Kinder)
  4. Verleugnung (Erwachsene / Kinder)
  5. Verurteilung (Erwachsene / Kinder)
  6. Kreuzigung (Erwachsene / Kinder)
  7. Tod/Trauer (Erwachsene / Kinder)
  8. Auferstehung (Erwachsene / Kinder)

Der Weg zum Nachlaufen

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