Osterweg Station 6: Kreuzigung - für Erwachsene

Bibeltext:  Matthäus 27,31-56

31Nachdem sie ihn so verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus ab, um ihn zu kreuzigen. 32Als sie die Stadt verließen, trafen sie einen Mann aus Kyrene. Sein Name war Simon. Den zwangen sie, für Jesus das Kreuz zu tragen. 33So kamen sie zu der Stelle, die Golgatha heißt – das bedeutet: Schädelplatz. 34Sie gaben Jesus Wein zu trinken, der mit Galle gemischt war. Er versuchte davon, wollte ihn aber nicht trinken.
35Dann kreuzigten sie ihn. Sie verteilten seine Kleider und losten sie untereinander aus.
36Danach setzen sie sich hin und bewachten ihn. 37Über seinem Kopf brachten sie ein Schild an. Darauf stand der Grund für seine Verurteilung: »Das ist Jesus, der König der Juden.« 38Mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher, den einen rechts, den anderen links von ihm.
39Die Leute, die vorbeikamen, lästerten über ihn. Sie schüttelten ihre Köpfe40und sagten: »Du wolltest doch den Tempel abreißen und in nur drei Tagen wieder aufbauen. Wenn du wirklich der Sohn Gottes bist, dann rette dich selbst und steig vom Kreuz herab!« 41Genauso machten sich die führenden Priester zusammen mit den Schriftgelehrten und Ratsältesten über ihn lustig. Sie sagten: 42»Andere hat er gerettet. Sich selbst kann er nicht retten. Dabei ist er doch der ›König von Israel‹ Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann glauben wir an ihn. 43Er hat auf Gott vertraut – der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat doch behauptet: ›Ich bin Gottes Sohn.‹« 44Genauso verspotteten ihn die beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren. 45Es war die sechste Stunde (12 Uhr Mittag), da breitete sich Finsternis aus über das ganze Land. Das dauerte bis zur neunten Stunde (15 Uhr Nachmittag). 46Um die neunte Stunde schrie Jesus laut: »Eli, Eli, lama asabtani?« Das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
47Als sie das hörten, sagten einige von denen, die dabeistanden: »Er ruft nach Elia.« 48Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm und tauchte ihn in Essig. Dann steckte er ihn auf eine Stange und hielt ihn Jesus zum Trinken hin. 49Aber die anderen riefen: »Lass das! Wir wollen sehen, ob Elia kommt und ihn rettet.« 50Aber Jesus schrie noch einmal laut auf und starb.
51In diesem Moment zerriss der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Teile. Die Erde bebte, und Felsen spalteten sich. 52Grabkammern öffneten sich, und die Körper vieler verstorbener Heiliger wurden auferweckt. 53Nach der Auferstehung von Jesus kamen sie aus ihren Grabkammern heraus. Sie gingen in die Heilige Stadt, wo sie von vielen Menschen gesehen wurden. 54Ein römischer Hauptmann mit seinen Soldaten bewachte Jesus. Sie sahen das Erdbeben und alles, was geschah. Da fürchteten sie sich sehr und sagten: »Er war wirklich Gottes Sohn!«
55Es waren auch viele Frauen da, die aus der Ferne alles mit ansahen. Seit Jesus in Galiläa wirkte, waren sie ihm gefolgt und hatten für ihn gesorgt. 56Unter ihnen waren Maria Magdalena, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

Impuls „Verlassen?!“

Von Gott verlassen? Manchmal fühlt es sich tatsächlich danach an. Dann wird plötzlich die Frage laut:
Wo bist du Gott? Wenn eine Pandemie die Welt in Atmen hält – wo ist da Gott?
Wenn der Arbeitsplatz plötzlich auf dem Spiel steht oder Kurzarbeit droht – wo ist da Gott?
Wenn ein geliebter Mensch stirbt oder schwer erkrankt – wo ist da Gott?
Wenn Wünsche und Sehnsüchte unerfüllt bleiben – wo ist da Gott?
Die sichtbare Welt, das, was wir erleben, wirkt oft wie ein Widerspruch zu einem guten und gerechten Gott.
Viel zu oft scheint es, als hätte Gott uns verlassen. Doch noch viel öfter bin ich die/der, welche/r Gott „verlässt“. Immer dann, wenn ich ihm eine Absage erteile und mich selbst auf den Chefsessel meines Lebens setze. Wenn ich mein Leben selbst in die Hand nehme, statt nach seinem Willen zu leben. Wenn ich mich und meine Mitmenschen nicht so behandle, wie Gott es sich wünscht. Wenn ich… So oft steht meine Schuld wie eine Mauer zwischen mir und Gott. Doch die Botschaft von Karfreitag ist klar: Der Vorhang ist zerrissen, der Weg zu Gott ist frei.

Du kannst dir der Gemeinschaft mit Gott sicher sein, dafür hat Jesus durch seinen Tod gesorgt. Er erlebt in diesem Moment am Kreuz die absolute Gottverlassenheit, eben damit du sie nicht erleben musst. Dort am Kreuz nimmt er alles auf sich, was uns von Gott trennt und deshalb dürfen wir gewiss sein, „nicht der Tod und auch nicht das Leben, keine weltlichen Mächte, nichts Zukünftiges und auch keine andere gottfeindliche Kraft kann uns von der Liebe Gottes trennen“ (nach Römer 8,38-39)

Egal was um uns herum geschieht und egal wie weit wir uns von Gott entfernen, das gilt!
Dafür hat Jesus gesorgt.

Für DICH:

Wo fühlst du dich gerade von Gott verlassen?
Was lässt dich an seiner Nähe und Zuwendung zweifeln?
Wo hast du Gott „verlassen“, dich von ihm entfernt?
Wo steht deine Schuld wie eine Mauer zwischen euch?

Gebet:

Jesus, räume alles aus was zwischen uns steht, und schenke mir die Gewissheit deiner Gegenwart in meinem Leben. 

Die Stationen

  1. Abendmahl (Erwachsene / Kinder)
  2. Verrat (Erwachsene / Kinder)
  3. Gefangennahme (Erwachsene / Kinder)
  4. Verleugnung (Erwachsene / Kinder)
  5. Verurteilung (Erwachsene / Kinder)
  6. Kreuzigung (Erwachsene / Kinder)
  7. Tod/Trauer (Erwachsene / Kinder)
  8. Auferstehung (Erwachsene / Kinder)

Der Weg zum Nachlaufen

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