Osterweg Station 4: Verleugnung - für Erwachsene

Bibeltext: Matthäus 26, 69 – 75

69Petrus saß draußen im Hof. Da kam ein Dienstmädchen des Hohepriesters auf ihn zu und sagte: »Du warst doch auch mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen!« 70Petrus stritt das ab vor allen, die dabei waren, und sagte: »Ich weiß nicht, wovon du da sprichst.«
71Dann ging er in das Torgebäude. Dort sah ihn ein anderes Dienstmädchen. Sie sagte zu denen, die dort standen: »Der war auch mit diesem Jesus aus Nazaret zusammen.« 72Aber Petrus stritt es wieder ab und schwor: »Ich kenne diesen Menschen nicht!« 73Kurz darauf sagten andere, die dabeistanden: »Natürlich gehörst du auch zu denen. Deine Sprache verrät dich.« 74Da legte Petrus einen Schwur ab: »Gott soll mich strafen, wenn ich lüge! Ich kenne diesen Menschen nicht.« Im selben Moment krähte ein Hahn. 75Da erinnerte sich Petrus an das, was Jesus gesagt hatte: »Noch bevor der Hahn kräht, wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.« Und er lief hinaus und weinte heftig.

Impuls: „Im Stich gelassen“

Petrus lässt seinen besten Freund, seinen Herrn und Meister im Stich. Kurz vorher tönt er noch groß: „Und wenn alle sich von dir abwenden – ich niemals“ (Mt. 26, 33 NGÜ). Niemals auf gar keinen Fall, ausgeschlossen, nie im Leben. Ein starkes Versprechen. Und dann kommt er, der entscheidende Moment. Im Innenhof des hohenpriesterlichen Palastes, in dem Jesus gerade vor dem Hohen Rat verhört wird, sagt eine Dienerin zu Petrus: „Du warst doch auch mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen!“ (Mt.26,69) Jetzt ist er da der Moment, um Farbe zu bekennen, Flagge zu zeigen. Jetzt ist er da, der Moment, um sich zu Jesus zu stellen und das gerade gemachte Versprechen zu halten. Aber Petrus kann es nicht. Plötzlich bekommt er Angst, Angst vor den Konsequenzen, die ein Bekenntnis zu Jesus nach sich ziehen könnten. Und so streitet er ab, Jesus zu kennen, schwört, nicht zu ihm zu gehören. Petrus hat den Mund zu voll genommen. Seine große Klappe wird ihm zum Verhängnis. Als der Hahn kräht und Petrus erkennt, was er gerade getan hat, fängt er bitterlich an zu weinen. Die Erkenntnis, dass er seinen Freund im Stich gelassen und enttäuscht hat, trifft ihn hart. Er verleugnet Jesus nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst, aus menschlicher Schwäche heraus. Mir fällt es leicht, mich in Petrus hineinzuversetzen. So oft bin ich genau wie er. So oft steht auch über meinem Leben: „Große Klappe, nix dahinter!“ Immer wieder lasse ich Menschen im Stich. Enttäusche gerade die, die ich liebhabe. Auch Jesus. Mut macht mir jedoch, dass Jesus genau solche Menschen wie Petrus gebraucht. Menschen, die gefallen sind und enttäuscht haben, sind Menschen mit denen Gott arbeiten möchte und Großes vorhat. Wichtig ist jedoch, dass wir erkennen, dass wir es alleine nicht schaffen und nicht perfekt sind. Wichtig ist, dass wir uns unserer Schwächen bewusstwerden und sie ihm anvertrauen und mit ihm gemeinsam daran arbeiten.

HINTERGRUND: Petrus ist der Jünger, auf dem Jesus seine Gemeinde/Kirche baut. „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen“ (vgl. Matthäus 16, 18). Jesus kann also mit Verlierern und Versagern gut umgehen.

Für DICH:

Wo hast Du Jesus in letzter Zeit enttäuscht, verleugnet oder im Stich gelassen? Wo hattest Du Angst vor den Konsequenzen, ein Bekenntnis zu Jesus auszusprechen? Sprich mit Jesus über dein Versagen und lass es hinter Dir. Bist Du bereit, Dich für Jesus zu öffnen und ihm die Gestaltungshoheit in deinem Leben zu geben?

Hinweis: Jesus will nur eins von Dir wissen „Liebst Du mich? Bist Du noch in meinem Team? Darf ich mit Dir an deinen Schwächen arbeiten?“

Die Stationen

  1. Abendmahl (Erwachsene / Kinder)
  2. Verrat (Erwachsene / Kinder)
  3. Gefangennahme (Erwachsene / Kinder)
  4. Verleugnung (Erwachsene / Kinder)
  5. Verurteilung (Erwachsene / Kinder)
  6. Kreuzigung (Erwachsene / Kinder)
  7. Tod/Trauer (Erwachsene / Kinder)
  8. Auferstehung (Erwachsene / Kinder)

Der Weg zum Nachlaufen

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