Osterweg Station 5: Verurteilung - für Erwachsene

Bibeltext:  Matthäus 27,15-30

15Es war üblich, dass der römische Statthalter jedes Jahr zum Passafest einen Gefangenen begnadigte. Dieser durfte von der Volksmenge bestimmt werden. 16Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen, der Barabbas hieß. 17Als die Menschen versammelt waren, fragte Pilatus sie: »Wen von beiden wollt ihr? Wen soll ich euch freigeben: Barabbas oder Jesus, der Christus genannt wird?« 18Denn er wusste, dass man ihm Jesus nur aus Neid ausgeliefert hatte. 19Während er noch auf dem Richterstuhl saß, ließ ihm seine Frau ausrichten: »Tu diesem Menschen nichts an! Er ist ein Gerechter. Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen Albtraum.« 20Doch die führenden Priester und Ratsältesten überredeten die Menschenmenge: Sie sollten von Pilatus verlangen, Barabbas zu begnadigen und Jesus hinrichten zu lassen. 21Da wandte sich Pilatus an die Menschenmenge und fragte: »Wen von beiden wollt ihr? Wen soll ich euch freilassen? «Sie riefen: »Barabbas!« 22Pilatus fragte sie weiter: »Was soll ich mit Jesus machen, der Christus genannt wird? «Da schrien alle: »Ans Kreuz mit ihm!« 23Er fragte sie: »Was hat er denn verbrochen? «Aber sie schrien nur noch lauter: »Ans Kreuz mit ihm!« 24Pilatus merkte, dass seine Versuche nichts bewirkten. Der Tumult wurde sogar immer noch größer. Da ließ er sich Wasser bringen und wusch sich vor der Volksmenge die Hände. Er sagte: »Mich trifft keine Schuld an seinem Tod. Das ist eure Sache.« 25Darauf rief das ganze Volk: »Die Strafe für seinen Tod soll uns und unsere Kinder treffen!« 26Daraufhin gab Pilatus ihnen Barabbas frei. Jesus aber ließ er auspeitschen. Er übergab ihn den Soldaten, damit sie ihn kreuzigten. 27Die Soldaten von Pilatus brachten Jesus in den Palast, das sogenannte Prätorium. Dort kam die ganze Kohorte zusammen. 28Sie zogen Jesus aus und hängten ihm einen scharlachroten Mantel um. 29Sie flochten eine Krone aus Dornenzweigen und setzten sie ihm auf den Kopf. In seine rechte Hand gaben sie ihm einen Stock. Dann knieten sie vor ihm nieder und machten sich über ihn lustig: »Hoch lebe der König der Juden!« 30Sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock weg und schlugen ihn damit auf den Kopf.

Impuls „Ich bin Barabbas“

Barabbas wird frei gelassen. Er war als Mörder und Aufrührer überführt. Ein verurteilter jüdischer Terrorist, der vor nichts zurückschreckte. Ob er auch an diesem Tag gekreuzigt werden sollte, wird nicht erwähnt. Aber ich gehe davon aus. Einer, der nur noch auf seinen Tod wartet, bekommt die Nachricht:
Du bist frei! Du kannst gehen! Nicht weil du unschuldig bist! Nicht weil du dich so gut verhalten hast.
Sondern weil du dieses Jahr von Pilatus begnadigt wirst. Die Menschen wollten, dass du rauskommst.
Barabbas ist der erste Mensch, für den gilt: Jesus starb an deiner Stelle am Kreuz. Er hätte wohl mit den anderen beiden Verbrechern hingerichtet werden sollen. Vielleicht waren es sogar seine Verbündeten. Aber er wird nicht an das Kreuz genagelt. Er ist frei! Wieso darf der jetzt gehen? Und Jesus wird verurteilt und gekreuzigt? Das ist doch ungerecht! Wie kann Pilatus so was machen? Vor allem, weil er doch selber sagt, dass er an Jesus keine Schuld findet – und die Schuld von Barabbas ist erwiesen. Das kann doch nicht sein. Das darf nicht sein!

Aber genau das ist die Botschaft des Evangeliums! Das glauben wir. Das ist am Kreuz passiert. Nicht
nur für Barabbas – sondern für alle Menschen:  Auch für dich und für mich. Jesus stirbt am Kreuz für Menschen, die schuldig sind. Für unseren Neid, unseren Geiz, unsere Lügen, unsere Arroganz und unsere Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitmenschen. „Jesus bezahlte für euch mit dem kostbaren Blut von Jesus Christus, der rein und ohne Sünde zum Opferlamm Gottes wurde“ (1.Petrus 1,19).

Für DICH:

Jesus starb auch für dich an diesem Kreuz (auch wenn du kein Mörder und Terrorist bist!).
Darum bist du frei! Weil Jesus für dich am Kreuz starb, bist du jetzt die Tochter bzw. der Sohn des himmlischen Vaters! Du bist ein Königskind

Die Stationen

  1. Abendmahl (Erwachsene / Kinder)
  2. Verrat (Erwachsene / Kinder)
  3. Gefangennahme (Erwachsene / Kinder)
  4. Verleugnung (Erwachsene / Kinder)
  5. Verurteilung (Erwachsene / Kinder)
  6. Kreuzigung (Erwachsene / Kinder)
  7. Tod/Trauer (Erwachsene / Kinder)
  8. Auferstehung (Erwachsene / Kinder)

Der Weg zum Nachlaufen

Hier können Sie sich den Weg auf Ihr Smartphone laden